Alternative Webbrowser

Einige werden es wissen: Ich hab mir auf meinen festen PC mal Kubuntu 9.04 neu aufgesetzt und möchte eigentlich ein sauberes, GTK-freies System behalten, damit ich nicht über 100 sinnlose Bibliotheken im Speicher habe, was man auch immer an der Leistung merkt. Diese Konsequenz auf qt-basierte Software zu setzen ist aber gar nicht so einfach und vor allem unübersichtlich und die größte Hürde ist und bleibt der Firefox, der ja dank Gecko Engine, Xulrunner und anderer Spielereien ein wahres Gnome-Ungetüm ist. Ein qt-Port ist zwar irgendwie in Entwicklung aber aktuelle Informationen sind mehr als rar gesät. Daher hab ich mich nun mal mehr als eine Stunde mit Alternativen zum Fuchs beschäftigt und mich ernsthaft gefragt, was diesen so einzigartig macht. Die Antwort ist leicht gefunden: Add-ons.

Alternative 1) Opera. Jedoch gefällt mir dieser nicht, ich nutze keine Mausgesten und langsam ist er dazu. Natürlich ist es eine Alternative und ich hab ihn selbstverständlich auf meinem System, aber es ist ja immer so mit dem Geschmack – dem einen gefällt’s, dem and’ren nicht 😉
Alternative 2) Konqueror: Der KDE hauseigene Browser kann viel, nicht zuletzt ist er praktisch, da er auch früher die Stellung des Dateibrowsers, FTP-Clients und Bluetooth-Stacks inne hatte. Allerdings ist es schon ein großes, träges Ungetüm und es gibt keine Erweiterungsmöglichkeiten. Eine integrierte Werbefilterliste ist zwar vorhanden, jedoch ist diese eher unbeholfen und ich kann nicht via Ein-Click-Verfahren geblockte Inhalte anzeigen lassen. Nun ja, ich kann mehr Gründe leider nicht geben, auch er gefällt mir einfach nicht.

Doch die Weiten des www geben immer wieder Überauschungen aus.
Alternative 3) Arora [1]: Ein mir bis dato unbekannter Browser und im Benchmark haut er mich von den Socken. Noch nicht in wirklicher stabiler Version, de facto noch Alpha Status aber schon sehr gut benutzbar und furchtbar schnell. Erinnert sehr an den guten, alten Firefox 1 im Vergleich zum behäbigen Internet Explorer 6. Das tollste: qt-basierend und damit noch ein weiterer Grund, ihn direkt zu installieren. Leider gibt es noch keine Erweiterungen, das sei aber auch der kleinen Verbreitung und frühen Entwicklung geschuldet und ich denke, dass wir hier in Kürze was großes sehen werden. Auch er ist auf verschiedenen/allen gängigen Plattformen lauffähig und sollte definitiv auch auf Windows überzeugen können.
Alternative 4) Midori [2]: Das selbe wie Arora in grün. Amüsanterweise bedeutet “midori” (japanisch) auch grün. Sau fix, allerdings wieder auf gtk-Basis, weshalb ich ihn jetzt auf meinem Ubuntu Netbook Remix auf dem eeePC einsetze und meine Güte, man kann es nicht beschreiben, aber auch der ist sowas von schnell und schafft im dhtml Rendering 50% mehr als der Firefox. Auch hier gibt es noch keine Erweiterungen, aber er scheint sogar etwas ausgegorener als der Arora zu sein, da die Schnittstellen alle schon geschaffen worden. Es fehlt also nur noch an der kreativen Userbase, die fleißig Plugins schreiben darf, sodass ich bald auch keine Werbung mehr sehen muss.

Mein Fazit also: Versucht doch mal was neues 😉 Der Firefox ist nicht das Gelbe vom Ei, das wissen wir ja alle, aber bisher die beste Alternative zu den Monopolisten und Designern. Dennoch gibt es nun auch gute Gegenstücke zum FF, die sicherlich mit steigender Nutzerzahl auch mal ein paar nette, gewohnte und vermisste Features hinzuaddieren werden. Wir dürfen gespannt sein. Für mich heißt es in Zukunft, dass kein Firefox mehr rennen wird. Weder in Gnome noch oder besser lieber nicht in KDE. Arora und Midori – ich komme.

[1] http://code.google.com/p/arora/

[2] http://www.twotoasts.de/index.php?/pages/midori_summary.html

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