Bitswitcher Firmware, Speedport W500V und Bridged Wireless

Da ja schon mehrere DSL-Generationen ins Land gezogen sind, haben einige Menschen noch alte Geräte wie Router, Modems etc. ungenutzt in ihrem Haushalt herumliegen. Bei vielen ist dies verständlich, sind sie technisch als auch softwareseitig vollkommen überholt; jedoch nicht bei einem Telekom Speedport W500V/ Targa W500V.

Download der Bedienungsanleitung

Das Gerät ist eigentlich ein DSL-Router mit integriertem W-Lan, bietet einen Lan-Port und kann mit der hauseigenen Firmware die Features abdecken, welche zur Markteinführung und im entsprechenden Segment wichtig waren. Jedoch kann der kleine auch mehr. In meinem Fall nutze ich ihn als Brücke zwischen meinem W-Lan und meinem Computer. Warum? W-Lan-Router und PC liegen undgefähr 8m auseinander zuzüglich 3er Wände … da hilft der stärkste Empfänger nichts. Und da ich keine Lust auf großes Kabelziehen habe, schlage ich so zwei Fliegen mit einer Klappe. Zuzüglich kann ich auch meinen ellion labo110 Media-Player somit ans Internet bringen und habe quasi einen NAS in Betrieb.

Was brauche ich aber als Voraussetzung? Selbstverständlich ist die Telekomfirmware nicht in der Lage, Bridged Networking anzubieten, sodass man auf freie Alternativen setzen muss. Zum Glück ist die Firmware Linux-basiert und damit unter GPL zu vertreiben (bis auf die proprietären Bestandteile, die kommen als Binärblobs), was findige Menschen dazu bewogen hat, auf den Sourcen beruhend eine veränderte, angepasste und stark aktualisierte Firmware zu schreiben. Diese nennt sich BitSwitcher und ist derzeit in Version 0.3.8 zu finden. Unterstützt werden DSL Annex A und B und alle Standards, es ist sogar möglich, das Gerät hinter einem Kabelmodem (Kabel Deutschland u.a.) zu betreiben. Zum Download der Firmware gehts hier entlang.

Eine Anleitung zum Flashen der Firmware gibt es hier nicht. Ich habe damals die Firmware über das Webinterface der alten Telekomfirmware geflasht, es geht auch mittels ssh, telnet, tftp etc. Anleitungen für diese Verfahren gibt es genügend, sodass man mit einfachen Suchanfragen bei Google auch sofort fündig werden sollte.

Die neue Firmware lauscht auf der selben IP 192.168.2.1 wie die alte. Das Webinterface erwartet einen im angenehmen Orange, kann aber seit Version 0.3.8 auch angepasst werden. Die Übersichtsseite bietet alle wichtigen Informationen und das wichtigste für einen bridged Betrieb sind nun die W-Lan-Einstellungen:

Zunächst ändere ich aber unter Lan die eigene IP des Routers von 192.168.2.1 auf 192.168.2.55 (oder beliebige letzte Zahl zischen 2 und 255), sodass sich der eigentliche W-Lan-Router und der Empfänger nicht in die Quere kommen. Zusätzlich trage ich hier noch den Standardgateway 192.168.2.1 und den DNS 192.168.2.1 ein und klicke auf “save & run”. Hierauf gehts in den Menüpunkt Wireless LAN.

In den Basic Settings wird der WLAN mode auf Client gesetzt, der network mode ist Mixed und als Network name und WLAN channel werden die Daten des eigenen W-Lans eingetragen. Wer diese nicht mehr weiß, kann auch im normalen Wireless LAN Menü unter dem Punkt Scan sein W-Lan suchen. Die Device configuration ist somit die wichtigste Einstellung und muss auf “bridged” stehen. Zurück ins Übermenü und dann in den Security Settings müssen die Sicherheitseinstellungen des eigenen Funknetzes eingestellt werden. In meinem Fall (und das ist wohl auch der zu empfehlende) nutze ich WPA2-PSK mit TKIP und einen Schlüssel, der etwa 10 Zeichen umfasst. Der Renewal intervall kann auf 3600 eingestellt bleiben. Wieder einen Schritt zurück und dann in den Advanced Settings ist eigentlich nur wichtig, dass alles so eingestellt bleibt, wie es dem Standard der Firmware entspricht. Ebenso ist das in den Wireless LAN Menüpunkten “MAC filter” und “WDS” der Fall. (Alle nicht genannten Einstellungen einfach auf ihrem Ursprungswert belassen, genaueres kann man hier und hier.)

Jetzt kann man alles speichern und auch ausführen und sollte in der W-Lan-Übersicht sein Netz sehen und auch, wie gut die Signalstärke, das Rauschen etc. sind. Ist dies nicht der Fall, kann man den Router neustarten oder in den Advanced Settings spielen (ich z.B. musste die sendende und empfangende Antenne mal vertauschen, damit ich einen besseren Empfang hatte) oder das Gerät besser aufstellen, sodass sich der Router verbinden kann. Hiernach folgt der letzte Schritt: Im Menüpunkt DHCP muss man den DHCP-Server ausschalten. Das ist nötig, damit der Client, welcher über Kabel mit dem Speedport W500V verbunden ist, seine IP nicht von eben diesem, sondern vom W-Lan Hauptrouter zugewiesen bekommt und so ins Internet und Netzwerk kann. “save & run” und euer Speedport ist quasi ein W-Lan-Stick.

Jetzt noch ein Kabel vom Speedport W500V in den PC/das Endgerät stecken und über DHCP (automatisch) ins Netzwerk connecten – fertig.

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